Zukunftsnäherei – Berufsausbildung für junge Romafrauen

Seit 2015 arbeitet in einem sozialen Brennpunktviertel im bulgarischen Plovdiv ein mit unserer Unterstützung gegründetes Sozialunternehmen: eine Ausbildungsschneiderei für junge Roma-Frauen. Die Zukunftsnäherei ist heute das erfolgreichstes Sozialunternehmen in Bulgarien. Der Grund: Alle hier ausgebildeten Frauen bekommen einen Job. Jeder Tag bringt uns neue Bewerbungen. Die Werkstatt muss dringend erweitert werden. Ziel des Projektes ist es auch zu verhindern, dass die Frauen Flüchtlinge werden, Flüchtlinge innerhalb der EU. Gleichzeitig trägt die Zukunftsnäherei dazu bei, die Frauen vor Prostitution und Menschenhandel zu schützen.

Bisher gespendet: 24.000 von 68.380 Euro
35%

„Über uns Zigeuner sagt man, wir wollen nicht arbeiten. Das Gegenteil ist der Fall“

Raina ist eine der ersten Frauen, die eine Ausbildung in der Zukunftsnäherei absolviert haben. Sie ist inzwischen fast 25 Jahre und hatte noch nie einen festen Job. „Als ich von der Möglichkeit erfuhr, hier eine Berufsausbildung und Unterstützung bei der Jobsuche zu bekommen, stand für mich fest: Das will ich machen!“ Alle Frauen, die in der Zukunftsnäherei ausgebildet werden, haben verstanden: Nur durch eine gute Ausbildung finden Roma in Bulgarien Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt. Die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen übersteigt bei weitem die heutigen Möglichkeiten der Zukunftsnäherei. „Über uns Zigeuner sagt man immer, wir wollen nicht arbeiten. Aber ich weiß, dass das für die meisten Menschen in unserem Viertel nicht stimmt. Das Gegenteil ist der Fall“, sagt Raina.

Ohne Unterstützung finden selbst gut ausgebildete Roma nur sehr schwer Arbeit

Gutes tun ist daher auch die Devise der Sozialarbeiter. Ihr Job: Feste Arbeitsplätze für die ausgebildeten Frauen zu finden. Zum Abschluss der Ausbildung erhalten alle Frauen ein Zertifikat. „Das ist merh wert, als alle Geschenke, die wir bisher in unserem Leben erhalten haben“, sagt Mirem, eine andere Berufsschülerin.

Lehrwerkstatt Roma Frauen

„Spenden sammeln hat den Erfolg dieser Innovation erst möglich gemacht“

Bisher gibt es nur wenige Projekte, die der Abwanderung junger ungebildeter Roma ins europäische Ausland entgegenwirken. Die Zukunftsnäherei ist auf dem gesamten Balkan daher eine wichtige Innovation. Doch erhält sie bisher weder Unterstützung durch europäische Fördergelder, noch finanzielle Hilfe von der bulgarischen Regierung. „Spenden sammeln hat den Erfolg unserer Zukunftsnäherei erst möglich gemacht“, sagt Projektmanagerin Maria Shishkova, von der „Nationalen Allianz zur Arbeit mit Freiwilligen“. Die bulgarische Nichtregierungsorganisation sichert mit den Experten der Bigent gUG den Erfolg des jungen Sozialunternehmens. „Viele haben mich gefragt, warum ein solches Projekt ihre Unterstützung finden sollte“, erzählt Mirko Schwanitz, Initiator der sozialen Innovation. „Ich sage dann: weil sonst noch mehr Roma aus Osteuropa nach Westeuropa kommen. Auf der Suche nach einem besseren Leben kommen sie dann nach Dortmund, Duisburg, Zürich oder, Wien. Osteuropas Regierungen haben in den letzten 20 Jahren kaum Anstrengungen unternommen, die Lebenssituation dieser Menschen real zu verbessern. Es ist die falsche Strategie, darauf zu warten. Wir müssen mit Pilotprojekten zeigen, dass es möglich ist, die Lebenssituation dieser Menschen in einem überschaubaren Zeitpunkt zu verbessern. Hier setzt unsere Berufsausbildung an.“

Jetzt Spenden! Das Spendenformular wird von betterplace.org bereit gestellt.

Helfen Sie Frauen sich selbst zu helfen! – mit einem Stipendium für deren Berufsbildung

Mehr noch: In unserer Zukunftsnäherei werden berufliche Orientierung und Berufsausbildung gekoppelt mit einer direkten Begleitung in den Arbeitsmarkt. Dazu kommt eine weitere soziale und psychosoziale Betreuung am Arbeitsplatz. Erfahrungen zeigen, dass es ohne die Arbeit mit den Ehemännern und ohne die Unterstützung von willigen Arbeitgebern bei der Lösung von Problemen mit den eingestellten Frauen keinen Erfolg bei ihrer Integration auf dem Arbeitsmarkt geben kann. Parallel zur Berufsausbildung soll die Zukunftsnäherei eine eigene Produktion aufbauen. Die erzielten Gewinne sollen reinvestiert werden. Nur so wird man das „Soziale Unternehmen“ von Spenden und europäischer Förderung unabhängiger machen. Und dafür sorgen können, dass nicht auch noch die Roma zu Flüchtlingen werden, Flüchtlinge innerhalb der Europäischen Union.

 
 

Für die Realisierung des Projekts werden nun noch folgende Spenden benötigt:

  • 13.500 Euro für Renovierungs- und Rekonstruktionsbedarf

    • Fenster 4800 Euro
    • Klimaanlage 1200 Euro
    • Elektroanlage 2000 Euro
    • Fußboden 3000 Euro
    • LED Beleuchtung 1000 Euro
    • Trennwände 1500 Euro

  • 10.400 Euro für Maschinen und Einrichtung

    • 4 Nähmaschinen 4000 Euro
    • 1 Overlog-Maschine 1000 Euro
    • 1 Flatlog-Maschine 1000 Euro
    • 1 Bügeleinrichtung 2000 Euro
    • 1Zuschneidetisch / Schränke etc. 1250 Euro
    • Anschaffung von Arbeitsmaterialen, Scheren etc 150 Euro
    • Automatische Zuschneidevorrichtung 1000 Euro

  • 15.200 Euro für Personalkosten über 12 Monate

    • 2 Berufsausbilder 9600Euro
    • Sozialarbeiter 3600 Euro
    • Koordinator und Kontakt zu Sozialbehörden / Aufbau Onlineshops / Vorb. und Vermittlung der Jugendlichen in den 1. Arbeitsmarkt 2000 Euro

  • 5.280 Euro für Ausbildung über 12 Monate

    • Zuschüsse für Jugendliche aus besonders armen Verhältnissen / Verpflegung / Lehrmaterial / Transport / Betreuungskosten für die Kinder minderjähriger Mütter u.a.