Bigent gUG begleitet Dortmunder Delegation nach Bulgarien

Bigent gUG begleitet Dortmunder Delegation nach Plovdiv

Bigent Geschäftsführer Mirko Schwanitz und Projektmanagerin Jutta Schwengsbier begleiteten vom 04.-06. Oktober 2016 eine Delegation aus Dortmund ins bulgarische Plovdiv. Das Team aus Mitgliedern lokaler NGOs und Vertretern der Dortmunder Stadtverwaltung wollten sich vor Ort über die Situation in Stolipinovo informieren, einem Stadtteil, aus dem inzwischen mehr als 1000 Roma nach Dortmund gezogen sind.

Die Zuwanderer stellen Dortmund seitdem vor große Probleme. Die meisten von ihnen sind Analphabeten und ohne Berufsausbildung. Viele kommen mit falschen Erwartungen nach Plovdiv.
Im Frühjahr 2015 hatte Bigent Geschäftsführer Mirko Schwanitz ein Team bulgarischer Experten nach Dortmund begleitet und beiden Seiten geholfen, ein gemeinsames Projekt zu planen, wie man den Roma in ihrer Heimatstadt eine Perspektive bieten kann.
Die Vertreter der Dortmunder Anlaufstelle „Willkommen Europa“, Vertreter der Diakonie und Caritas, der Grünbaum gGmbH sowie die Dezernentinnen für Soziales und Bildung trafen in Plovdiv Vertreter der Stadtverwaltung und Fachexperten aus der Sozialarbeit, die vor Ort mit den Roma arbeiten.

Vertreter der Stadt Dortmund besuchen Projekte der Bigent gUG

Höhepunkte dabei waren der Besuch eines von Bigent gUG unterstützten Sozialunternehmens sowie des Kinderheimes Maria Luisa. Im Resultat wurde ein engerer Expertenaustausch verabredet, vier weitere Begegnungen sollen folgen. Beide Seiten haben das Ziel, ein Beratungs- und Informationszentrum aufzubauen, in dem die Bewohner von Stolipinovo Informationen aus erster Hand über die Verhältnisse in Dortmund und ihre realen Chancen auf dem dortigen Arbeitsmarkt erhalten. Dafür soll ab sofort die Möglichkeit eines gemeinsamen, aus EU-Mitteln finanzierten Projekts geprüft werden.

Im Zusammenhang mit Fällen von Kinderprostitution und Kindesmissbrauch vereinbarten die für Kinder- und Jugendschutz zuständigen Behörden einen direkten Informationsaustausch. Außerdem wurden von Plovdiver und Dortmunder Seite je zwei Koordinatorinnen benannt, die Anfragen direkt und schnell an zuständige Fachbehörden weiterleiten. Die Plovdiver Seite erklärte sich bereit, Anfragen schnell und unbürokratisch zu bearbeiten. Auf Dortmunder Seite werden alle Fäden bei der Anlaufstelle „Willkommen Europa“ zusammenlaufen.
Nicht abschließend geklärt werden konnten alle mit der Krankenversicherung der Zuwanderer zusammenhängenden Fragen. Die Kosten der in Dortmund aufgelaufenen und unbezahlten Behandlungskosten der Zuwanderer aus Bulgarien betragen inzwischen über eine Mio Euro. Der Geschäftsführer der Bigent gUG vermittelte am Rande eines Empfangs zum Tag der deutschen Einheit ein Gespräch zwischen der Sozialdezernentin der Stadt Dortmund und dem deutschen Botschafter. Der Fachabteilungsleiter der Botschaft versprach, der Stadt einen kompetenten Ansprechpartner der internationalen Abteilung der nationalen bulgarischen Krankenversicherung zu vermitteln. Klar wurde aber bereits vor Ort, dass die bulgarische Krankenversicherung auch im eigenen Land nur unter bestimmten Voraussetzungen die komplette Zahlung von Behandlungskosten oder Medikamenten übernimmt.

Beide Seiten bekräftigten, dass die kompetente Begleitung der Bigent gUG eine der Voraussetzungen war, die zum Gelingen des Besuches beigetragen hat.

Besuch des von der Bigent gUG und der National Alliance for Volunteer Action betriebenen Berufsausbildungszentrums in Stolipinovo

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